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Kapstadt, den 15.2.2011                                                                                            UCANEWS 1/2011

In Südafrika sollen am 18. Mai 2011 Kommunalwahlen stattfinden. Die Wählerschaft ist jedoch unzufrieden, denn die städtischen Dienste lassen zu wünschen übrig. Strom-, Wasser- und Müllabfuhr funktionieren an vielen Orten nicht mehr. In erster Linie leiden darunter die Schwarzen. Sie sehen die Selbstbereicherung und Trägheit ihrer amtierenden Stammesgenossen und fühlen sich vom regierenden ANC (Afrikanischen Nationalkongress) im Stich gelassen.

Dieser gibt sich deshalb alle Mühe, die Wähler zu motivieren und appelliert dabei an ihre religiösen Gefühle, besonders auch ihren Aberglauben. Der ANC hat zwar die christliche Religion auf allen Ebenen des Staates abgeschafft, aber spricht bei Wahlkampagnen gern in biblischen Bildern.

Wer ANC wählt, kommt in den Himmel

Bei einer Wahlversammlung im Stadion von Mthatha (früher Hauptstadt der Transkei) erklärte Staatspräsident Jacob Zuma: “Wenn ihr für den ANC stimmt, entscheidet ihr euch, in den Himmel zu kommen. Wenn ihr nicht für den ANC stimmt, solltet ihr wissen, dass ihr euch für den Mann entscheidet, der eine Gabel trägt und die Menschen kocht.” Weiter sagte er: “Habt ihr eine ANC-Mitgliedskarte, dann seid ihr gesegnet. Dort oben werden verschiedene Karten benutzt, aber wenn ihr eine ANC Karte habt, werdet ihr durchgelassen in den Himmel… Wenn (Jesus) uns holt, werden wir sehen, dass (die im Jenseits) schwarz, grün und gold (die ANC Farben) tragen… Die Heiligen gehören dem ANC an.” - Präsident Zuma berief sich auch auf die Ahnengeister, denn die Schwarzen fürchten sich sehr vor deren Zorn. “Wenn ihr aus dieser Organisation (ANC) ausscheidet,” sagte er, “um eine eigene zu stiften… werdet ihr kämpfen bis ihr sterbt. Die Ahnen dieses Landes… Hintsa, Ngqika und Shaka (Xhosa und Zulu Häuptlinge bzw. Könige des 19. Jahrhunderts) werden euch alle den Rücken kehren.” 1)

Gotteslästerliche Worte sind nicht neu. Bei früheren Wahlversammlungen hatte er gesagt: “Gott erwartet von uns (dem ANC), dass wir dieses Land regieren, weil wir die einzige Organisation sind, die bei ihrer Entstehung von Pastoren gesegnet wurde. Sie ist selbst im Himmel gesegnet. Deshalb werden wir regieren bis Jesus wieder kommt.”2)

Südafrika war schockiert. Helen Zille, die Chefin der Opposition, sagte: “Wenn Präsident Zuma richtig zitiert wurde, enthalten seine Worte Blasphemie, Einschüchterung und Erpressung. Es ist unglaublich, dass der Präsident einer konstitutionellen Demokratie Wähler mit solchen Unwahrheiten drohen kann. In den meisten Demokratien würden solche Worte dafür sorgen, dass der Präsident abgewählt wird.” 3) -   Das zweite Gebot heisst: “Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.” (2. Mose 20,7)

Der südafrikanische Kirchenrat

Selbst der Südafrikanische Kirchenrat (SACC) zeigte sich schockiert. Seine Führer baten um einen baldigen Termin mit dem Präsidenten. - Warum schockiert? Sind sie es nicht, die hierzulande damit anfingen, die Religion für politische Zwecke zu nutzen? Haben sie in den 1980er und ‘90er Jahren nicht die Gläubigen zur Unterstützung des ANC aufgerufen, als dieser noch verboten war? Sie zeigten der Welt, wie eine revolutionäre Sache von Christen und Kirchen verfochten werden kann. Sie machten “die Kirche zu einem Ort des (politischen) Kampfes.” Sie dämonisierten die damalige Regierung und behaupteten: “Der Gebrauch von Gottes heiligem Namen in der Präambel der Verfassung ist gotteslästerlich.” Die damalige Präambel begann: “In demütigem Gehorsam vor dem allmächtigen Gott, der das Schicksal der Nationen und die Geschichte der Völker bestimmt…” Diese Worte, sagte der SACC, bezögen sich auf “einen Gott, der ein Götze ist … so unheilvoll und böse wie die Abgötter, gegen die die Propheten Israels kämpfen mussten. … Er ist der Teufel verkleidet als der allmächtige Gott – der Antichrist.” Unterstützt vom Weltkirchenrat (ÖRK) rechtfertigten sie selbst die Gewaltanwendung, und später setzten sie sich dafür ein, dass jeder Bezug auf die Allmacht Gottes aus der Verfassung des “neuen Südafrika” ausgelassen wurde. 4) Sie haben also die

Religion zur Förderung des Marxismus benutzt und so zur Vernichtung der christlichen Zivilisation in Südafrika beigetragen. - Ihre Worte und Schriften wurden nie widerrufen oder in Abrede gestellt. - Und jetzt wollen sie Präsident Zuma entgegentreten?

Kampf gegen Gott

Gott sagt: “Alle, die mich hassen, lieben den Tod.” (Sprüche 8,36) Aber heute wetteifern die Führer der Welt miteinander, Gottes Namen auszuklammern bis hin zur Geschichtsfälschung. Der amerikanische Präsident Barack Obama streicht aus seinen Reden den Gottesbezug, der in Stiftungsdokumenten und offiziellen Erklärungen der USA enthalten ist – wie etwa “eine Nation unter Gott”, “ausgestattet mit unveräusserlichen Rechten durch den Schöpfer” und “auf Gott vertrauen wir.”

Südafrika streicht auch zunehmend den Namen Gottes. Die Universität des Freistaats hat z.B. ihren Wappenspruch geändert von “In Deo Sapientiae Lux” (in Gott ist das Licht der Weisheit) zu “In Veritate Sapientiae Lux” (in der Wahrheit ist das Licht der Weisheit). Das hat viele Gemüter erregt, denn der Oranje Freistaat hat eine lange christliche Tradition. Man könnte natürlich sagen, dass Jesus Christus die Wahrheit ist, und dass sich somit im Wesen des Mottos nichts ändert. Aber die Studentensprecherin Modieyi Motholo erklärte: “Der Stil unserer Marke zeigt unser wahres Wesen, u.zw. dass wir eine moderne Retro-Universität sind, wo das Motto ‘arbeite fleissig, aber feiere noch fleissiger’ (work hard, but party harder) in den Herzen all unserer Studenten fortlebt.” 5) - Dagegen glaubten die Gründer der Universität noch, dass die Furcht Gottes der Anfang allen Wissens sei.

Selbst christliche Feiertage werden gestrichen. In Europa hat die EU Kommission einen Jahreskalender herausgegeben, in dem sämtliche christliche Feiertage fehlen. 3,2 Millionen Exemplare wurden gedruckt, ohne dass Weihnachten, Ostern oder Pfingsten angegeben sind. Dagegen sind die jüdischen, islamischen und hinduistischen Feste alle markiert. Dieser Kalender kostete €5 Millionen, und er wurde an 21.000 Schulen in der EU verteilt. Ist das nicht eine Beleidigung des ganzen zivilisierten Europas? Es verursachte einen Aufschrei, aber die EU tat, als sei es nur ein ‘Versehen’ gewesen. Ein Versehen in einer Kultur, die so fest auf das Christentum gebaut ist wie die europäische? 6) - In Südafrika werden Ostern und Pfingsten auch absichtlich aus den Kalendern ausgelassen. Die von der Sunday Times herausgegebene Bildungs-Beilage für Kinder, ‘Read Right’, vom 6. Februar 2011, zeigt im bunten Kinderkalender ebenfalls die Festtage aller anderen Religionen, nur nicht Karfreitag, Ostern und Pfingsten.

“Mandela ist unser Jesus.”

Wo Gott abgeschafft wird, macht man den Menschen zum Abgott. Das konnte man beobachten als Alt-Präsident Nelson Mandela im Januar ins Krankenhaus kam. Die Häuptlingsfrau Nokwanele Balizula, die in Qunu, Mandelas Heimatort, amtiert und ihn sehr bewundert, erklärte: “Wir wollen Gott nicht ungehorsam sein, aber wenn wir ihn (Mandela) anschauen, ist er unser Jesus. Wenn er etwas sagt… dann geschieht es.” 7) Es ist nicht das erste Mal, dass Mandela vergöttert wird.

400 Jahre englische Bibel

Im Jahre 2011 feiert die angelsächsische Kirche das 400. Jubiläum der “authorisierten Bibel”, auch “King James Bible” genannt. Im Jahre 1603 hatte der Sohn der Maria Stuart, König Jakob VI von Schottland, der als Jakob I auf den englischen Königsthron kam, angeordnet, dass die “Bischofsbibel” revidiert werde. 1611 wurde dann die von der Regierung “authorisierte Bibel” veröffentlicht und in allen englischen Kirchen verwendet.

Diese Bibel war hauptsächlich von William Tyndale ins Englische übersetzt. Sie hatte viel Mut, Leid und Opfer gekostet, denn Tyndale war deshalb auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Es ist ein Wunder, dass sie noch heute weltweit in Gebrauch ist, und ein Zeichen dafür, dass das Wort Gottes unvergänglich ist. Diese Bibel, die die Sprache und den Charakter der englisch-sprachigen Völker entscheidend bestimmt hat, bringt noch heute ungezählten Millionen Licht und Leben. Von allen englischen Übersetzungen ist sie die verlässlichste und ihre Quellen die treuesten. Möge sie weiterhin die Herzen erleuchten und die Liebe Gottes verbreiten. Mögen die Menschen daraus lernen, was wahr und unwahr, gut und böse, Leben und Tod, von Gott und vom Teufel ist. Möge sie weiterhin Jesus Christus verkünden und der Ehre Gottes dienen, damit auch die heutige Generation die Gotteslästerung meiden und “ernsthaft für den Glauben kämpfen kann, der einmal für alle Heiligen überliefert ist.” (Judas 3).

                                                                                                                        D. Scarborough.

Anmerkungen:
1.      Sunday Times, “God is on the ANC’s side, Zuma tells crowd.” 6.2.11; Times Live, 5.2.11.     2. Jacob Zuma, Wikipedia, the free encyclopedia.     3. Op. cit. Sunday Times…     4. Kairos Document, S. 7-8.     5. News24, UFS launches new brand, 27.1.2011.     6. Der Südafrika-Deutsche Nr 731, EU-Kommission streicht Weihnachten aus dem Kalender, 18.1.2011.     7. IoL News, Reuters (The Mercury, “Our Jesus must rest.” 31.1.11.


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