UCA November, Dezember 2010

UCA News header

Kapstadt, den 20. November 2010                                                                        UCA 5/2010

Vom 17.-24. Oktober 2010 fand der Dritte Lausanner Kongress für Weltevangelisation in Kapstadt statt, u.zw. in Zusammenarbeit mit der Weltweiten Evangelischen Allianz. 4.200 Christen trafen sich aus 197 Ländern. Weitere 100.000 konnten per GlobaLink an 700 Orten in 95 Nationen per Computer daran teilnehmen. Es war ein riesiges multimediales Ereignis mit dem Thema “Gott in Christus versöhnt die Welt mit sich selbst.” (2. Korinther 5,19) In den Bibelstunden wurde der Epheserbrief studiert. Das Ziel war, “die ganze Kirche zu mobilisieren, das ganze Evangelium in die ganze Welt zu tragen.” - Kapstadt begrüsste die Gäste mit seiner bekannten Warmherzigkeit, und die Teilnehmer genossen nicht nur hervorragende Bibelstudien, Predigten, Diskussionen, Gebete und Ermutigungen, sondern erlebten auch den typisch Überschwang Afrikas mit Gesang, Tanz, Drama und Trommeln. Nur die weltliche Presse sagte wenig.

“JA” zum Missionsauftrag - “NEIN” zum Dialog

Die Lausanner Bewegung ist nach der Stadt Lausanne in der Schweiz benannt. Dort fand 1974 auf Anregung von Billy Graham der erste Kongress für Weltevangelisation statt. Dr Graham war besorgt um die vielen Unerreichten und betonte den Missionsauftrag Jesu, “die Völker zu lehren und sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes zu taufen.” Denn zu jener Zeit hatte der Weltkirchenrat (der Ökumenische Rat der Kirchen) begonnen, das Heil und die Mission in marxistisch-politischem Sinne neu zu definieren. Er hatte ein “Moratorium der Mission” ausgerufen, aufgrund dessen tausende Missionare aus der Dritten Welt zurückgezogen wurden. Das Vakuum, das dabei entstand, wurde oft mit Befreiungstheologie und anderen revolutionären Ideen gefüllt. Statt der christlichen Mission förderte der Weltkirchenrat ein “Programm des Dialogs mit Vertretern der Religionen und Ideologien unserer Zeit.” 1)

Im Angesicht dieser Verfälschung rief Dr Graham die Evangelikalen der Welt zu einem Kongress in Lausanne zusammen. Dieser erste Kongress für Weltevangelisation fand vom 18.-25. Juli 1974 statt und hatte 2700 Teilnehmer. Er setzte der Kirche ein wichtiges Zeichen. Er sagte “NEIN” zur Verfälschung des Evangeliums durch den Welt-kirchenrat und “JA” zum biblischen Missionsauftrag Jesu. - Ein zweiter Lausanner Kongress fand 1989 in Manila und ein dritter 2010 in Kapstadt statt. Auf jedem verpflichteten sich die Evangelikalen aufs Neue, “die Völker zu taufen und sie zu lehren, was Christus befohlen hat.” (Matthäus 28,18-20)

Von Pfingsten bis Edinburgh

Der dritte Lausanner Kongress war für 2010 geplant, u.zw. zu Ehren der Jahrhundertfeier einer berühmten Weltmissions-konferenz, die 1910 in Edinburgh, Schottland, stattgefunden hatte. Bei der Eröffnungsfeier in Kapstadt wurde ein Dokumentarfilm gezeigt, “Von Pentecost bis Edinburgh.” Dieser stellte die eindrucksvolle Geschichte der Mission dar. Die Weltmissionskonferenz in Edinburgh wird also als Vorläufer des Lausanner Kongresses angesehen, und obgleich der Weltkirchenrat inzwischen ganz anders ausgerichtet ist, bezieht auch er sich auf Edinburgh als seinen Ursprung.

Bis heute ist der Weltkirchenrat aber nicht zu Christi Missionsauftrag zurückgekehrt. Im Widerspruch mit dem Ersten Gebot verfolgt er gar eine multireligiöse Spiritualität, die biblische Mission überflüssig macht. Trotz allem ehrten ihn die Organisatoren des Lausanner Kongresses damit, dass sie seinen Generalsekretär, Dr Olav Fykse Tveit, als ersten prominenten Redner begrüssten. Pastor Doug Birdsall (ausführender Vorsitzender der Lausanner Bewegung) hatte ihn persönlich eingeladen, eine Botschaft und Delegation aus Genf zu bringen. Die Medien des Weltkirchenrats (WKR) berichteten dann etwas doppelsinnig: “WKR Delegierte feiern auch Versöhnung beim Kapstädter Ereignis.” In seiner Rede sagte Dr Tveit: “Die Entfernung zwischen Lausanne und Genf ist nicht sehr gross und sollte es auch nicht sein. Lasset uns den Weg offen halten und den Dialog fortsetzen, so dass wir von einander lernen, wie wir zusammen an Gottes Mission teilnehmen können… ohne Menschen anderen Glaubens zu erniedrigen.” 2)

“Wir müssen die Universitäten für Christus zurückerobern.”

Der Kongress betonte immer wieder, dass die Kirche mehr Einfluss auf die Welt nehmen müsse. Lindsay Brown, der internationale Direktor der Lausanner Bewegung, sprach über “Unser Vermächtnis für die Zukunft.” Er betonte die Einzigartigkeit Jesu Christi, die Wahrheit des Evangeliums und den grossen Missionsauftrag. Christen, sagte er, müssten nicht nur in allen Teilen der Welt, sondern auch in allen Teilen der Gesellschaft evangelisieren und ganz besonders im Bereiche der Ideen. Jeder Lebensbereich gehört Christus. Wir müssen die Universität für Christus zurückerobern, sagte er, denn “verändern Sie die Universität, dann verändern Sie die Welt.”

Das ist natürlich der Traum aller Christen. Die Universitäten mitsamt ihrer theologischen Fakultäten sind meist in den Händen säkularer Humanisten. Kein Wunder, dass die Kirche schwach und die Moral schlecht ist. Denn es sind die säkularen Universitäten, die ungläubige Pastoren hervorbringen. Und es sind die akademisch gebildeten Kirchenführer, die oft gläubige junge Männer Professoren anvertrauen, die heidnische Ideen lehren. “Wir haben ein grossartiges Evangelium,” sagte Herr Brown, “und wir haben die Kraft Gottes. Wir sollen uns auf die Wahrheit der Bibel ausrichten, auf die Herrschaft Christi und die Herrlichkeit Gottes.”

Ein Aufruf zu rechter Zeit

Christus und seinem Missionsauftrag zu dienen, das war der Ruf, der vom Kongress der Weltevangelisation in Kapstadt ausging. Es ist in der Tat die wichtigste Botschaft an die Welt heute. Denn die Dinge in Kirche und Gemeinde sind nicht gut gelaufen. Vor 50 Jahren gab es noch Länder, die sich christlich nannten, und sei es noch so halbherzig.   Jetzt gibt es keine mehr. Südafrika war das letzte Land, das dem Säkularhumanismus verfiel. Vor 50 Jahren versuchte der schweiz-amerikanische Dr Francis Schaeffer, der am ersten Lausanner Kongress mitwirkte, die Kirche aufzurütteln. Mit seinem Buch “The Great Evangelical Disaster,” (die grosse evangelikale Katastrophe) wollte er die Kirche wecken. “Verlasst euch drauf,” sagte er, “ wir bibelgläubigen Christen stehen im Kampf. Das ist keine freundliche Diskussion unter Genlemen. Es ist ein Konflikt auf Leben und Tod zwischen den geistigen Heerscharen des Bösen imd denen, die den Namen Jesu tragen. Es ist ein Konflikt im Bereich der Ideen, zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Einstellungen zu Wahrheit und Wirklichkeit. Es ist ein Konflikt im Bereich des Handelns zwischen moralischer Perversion und Chaos und Gottes Absolutheit. Aber glauben wir wirklich, dass wir in einem Kampf um Leben und Tod stehen?” (S. 31, 32)

Wir leben in einem Weltkrieg der Weltanschauungen, der in allen Nationen wütet. Aber die Kirche hat oft den Kampf vermieden und nachgegeben. Statt fest vor Gott zu stehen, ist sie der Welt gefolgt. “Hier liegt die grosse evangelikale Kathastrophe.” sagte Francis Schaeffer, “Es ist das Versagen der evangelikalen Welt, für die Wahrheit als Wahrheit einzustehen. Es gibt nur ein Wort dafür – Anpassung: die evangelische Kirche hat sich dem Zeitgeist angepasst.”

Die Kapstadt Verpflichtung

Gegen Ende des Dritten Lausanner Kongresses wurde eine Erklärung ausgehändigt, u.zw. die Kapstadt Verpflichtung, vorerst nur der erste Teil. Sie wurde nicht diskutiert. Unter der Überschrift “Für den Herrn, den wir lieben. Unsere Verpflichtung zum Glauben,.” ist sie “in der Sprache der Liebe gehalten. Liebe ist die Sprache des Bundes mit Gott. Die biblischen Bundesschlüsse, alt und neu, sind der Ausdruck von Gottes erlösender Liebe und Gnade, die sich zur verlorenen Menschheit und verdorbenen Schöpfung neigt.” Die Untertitel heissen: “Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.” – “Wir lieben den lebendigen Gott.” – “Wir lieben Gott, den Vater.” – “Wir lieben Gott, den Sohn.” - “Wir lieben Gott, den Heiligen Geist.” - “Wir lieben Gottes Wort.” - “Wir lieben Gottes Welt.” - “Wir lieben das Evangelium Gottes. - “Wir lieben das Volk Gottes.” – “Wir lieben die Missin Gottes.” - Der zweite Teil der Kapstadt Verpflichtung heisst, “Für die Welt, der wir dienen: Unsere Verpflichtung zum Handeln.” Dieser wird an die Teilnehmer geschickt, wenn alle Kongressbeiträge ausgewertet sind.

Auf dem Dritten Lausanner Kongress für Weltevangelisation wurde grosse Begeisterung für die Mission erzeugt. Viele Freundschaften und Vernetzungen wurden geknüpft. Wir beten deshalb, dass alle 4200 Teilnehmer seinen Geist und Segen in ihre 197 Heimatländer und von dort in alle Welt tragen – immer im Eingedenken der Worte Francis Schaeffers: “Nur wenn die Bibel ohne Fehler ist, u.zw. nicht nur da, wo sie vom Heil, sondern auch von der Geschichte und vom Kosmos spricht, haben wir eine Grundlage, auf der wir die Fragen nach der Existenz und Form des Universums und der Einzigartigkeit des Menschen beantworten können. One das hätten wir keine absoluten moralischen Werte und keine Heilsgewissheit, und die nächste Generation hätte nichts auf das sie bauen könnte.”

Möge das Motto dieses grossen Kongresses auch für kommende Zeiten prophetisch bleiben: “Das alles ist von Gott, der uns mit ihm selber versöhnt hat durch Jesus Christum und das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott!” (2. Korinther 5,18-20)

                                                                                                                                    D. Scarborough.

Anmerkungen:
1.       P Beyerhaus, Reich Gottes oder Weltgemeinschaft, pp 208ff. Auf einer Missionskonferenz des WKR in Bangkok 1972/73 forderte man, dass die Bande zwischen westlichen und eingeborenen Kirchen abgebrochen und Missionare entzogen werden sollten. Heidnische Religionen sollten in einem neuen Licht gesehen und ‘Mission’ durch ‘Dialog’ ersetzt werden.
2.      Weltkirchenrat, 17.10.10, “All this is from God.” Mission as Ministry of Reconciliation. -  This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .102010. “WCC delegates join in celebrating reconciliation at Cape Town event.”


Our website is protected by DMC Firewall!